Samstag, 16. Dezember 2017
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Notizen zum Feuerlöschwesen in Osann sind bereits aus dem 18. Jahrhundert überliefert. Im Jahre 1786 kaufte die Gemeinde Osann eine Feuerlöschspritze, die bis heute vorhanden ist und bei Übungen gelegentlich als historisches Anschauungsobjekt verwendet wird. Im Sommer 1866 fielen insgesamt 16 Häuser in Osann einem Brandunglück zum Opfer. Im Gemeinderatsbeschluss wird berichtet, dass "am 20. August 1866 16 Bürger verunglückten."
Die Brandbekämpfung damals geschah mit der Feuerspritze, aber auch mit Löscheimern, die vom Bach aus von Hand zu Hand bis zur Brandstelle weitergereicht wurden. In der Zeit um 1900 wird von einer "Hydrantenmannschaft" berichtet. Und es wird von den Segnungen der kurz zuvor gebauten dörflichen Wasserleitung geschrieben, die das Löschen eines Brandes in der "Träf" wesentlich vereinfachte: "17. August 1902, die Nacht gegen 4 Uhr morgens Blitzeinschlag, sodass sechs benachbarte Häuser brannten." Durch den raschen Einsatz der Hydrantenmannschaft, also der Wasserentnahme aus der neuen Wasserleitung, unter Leitung von Lehrer Meuren, der auch als Führer der Hydrantenmannschaft fungierte, konnte ein Übergreifen auf die benachbarten Häuser vermieden werden. "Alles sagte", so vermerkte Meuren in der Schulchronik: "ohne die Wasserleitung wäre das halbe Dorf verbrannt."
1911 berichtet die Schulchronik Monzel von der Bekämpfung eines durch Blitzeinschlag entstandenen Scheunen- und Wohnhausbrandes, bei dem die Feuerwehren aus Monzel, Osann, Kesten, Filzen, Dusemond und Noviand herbeieilten. Die damalige Osanner Wehr war ebenso wie die Monzeler eine Pflichtfeuerwehr. Noch im selben Jahr wurde in Osann die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr diskutiert. Das Ergebnis: "Von der Gründung einer frwl. Feuerwehr soll Abstand genommen werden. Wir bezweifeln, dass eine solche zustande käme und auch das sie von Dauer ist." Diese Worte sollten nicht zutreffen. Denn zehn Jahre später war es soweit.
Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Osann erfolgte am 8. August 1921. Im "Chronikbuch der Feuerwehr" wurden im Gründungsjahr Matthias Müller-Rodenkirch, Hans Berres und Josef Klas als diejenigen benannt, die sich "besonderes Verdienst um das Zustandekommen der Feuerwehr" erwarben. 30 Gründungsmitglieder sind dort eingetragen. Als Gerätehaus diente bis 1963 das Gemeindehaus (Casino) an der Straßengabelung Maring-Monzel. "Nachdem hinter dem Schulhaus ein neues Feuerwehrgerätehaus durch den Umbau der sanitären Anlagen erstellt werden konnte, wurde im Laufe des Sommer 1963 mit dem Abbruch des Gemeindehauses begonnen."

Die Freiwillige Feuerwehr Monzel ist ebenfalls 1921 gegründet worden: "Die erste Anregung zur Gründung der Frwl. Feuerwehr Monzel wurde auf einer Gesangvereinsversammlung durch unseren Bürgermeister Berres gegeben und dem Schmiedemeister Math. Karl, welcher schon damals in der Pflichtfeuerwehr das Amt des Brandmeisters versehen hatte. Die Jugend Monzels begrüßte diesen Vorschlag und schon gleich konnte die Zahl von 72 Mitgliedern in die Liste eingetragen werden. Dieses war ja schon eine ganz erfreuliche Zahl für unseren doch verhältnismäßig kleinen Ort. Erster Wehrführer wurde der Schmied Mathias Karl."
Die Verschmelzung der Feuerwehren aus Osann und der ebenfalls im Jahre 1921 gegründeten Monzeler Wehr erfolgte offiziell im Jahre 1921 mit der kommunalen Verwaltungsreform. Die Verschmelzung wurde jedoch erst 1987 mit dem Bezug des heutigen Feuerwehrgerätehauses an der Oestelbachhalle vollzogen. Wehrführer der Feuerwehr Osann, später Osann-Monzel, war Gerd Fritzen (1976 bis 1994). Seit Juli 1994 führt Stephan Christ die Freiwillige Feuerwehr Osann-Monzel.

Im Januar 2008 gehören zur Freiwilligen Feuerwehr Osann-Monzel 25 Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau. Die Jugendfeuerwehr Osann-Monzel besteht aus 16 Jungs.

 

Quelle:
Chronikbuch "1000 Jahre Osann - Geschichte eines Weindorfes im Moselland"
von Fritz Kirch | ERICH GERTEN | Armin Kohnz.